Hausbesichtigung „Tag der offenen Türen“ am 09.10.2019

Pressemitteilung

Hausbesichtigung „Tag der offenen Türen“ am 09.10.2019

Die Aktivist*innen des Hauses in der Burgstraße 36 sind erfreut über die Solidaritätsbekundungen aus der Nachbarschaft und Politik und das Verständnis für die Motivation der Aktivist*innen, auf die akute Wohnungsnot, sowie die Gentrifizierungspläne des städtischen Sanierungsträgers aufmerksam zu machen.

Ca. 70 Personen sind heute bei Kaffee und Kuchen dem Aufruf gefolgt, das Haus zu besichtigen und mit den Aktivist*innen ins Gespräch zu kommen.
Dabei wurde ersichtlich, dass der geplante Verfall des Gebäudes durch unterlassene Instandsetzungsarbeiten aktiv betrieben wird.

Bereits im Gespräch mit dem Dachdecker am Vortag wurde erkannt, dass nur minimaler Aufwand hätte betrieben werden müssen, um den Schaden am Dach zu beheben und so Folgeschäden zu vermeiden. Weiterhin wurde deutlich, dass ein Setzriss am 20.04.2016 erkannt und seitdem nicht behoben wurde. Glücklicherweise hat sich der Riss nicht vergrößert.

Weiterhin wurde am Dienstag unter dem Vorwand von Sicherheitsbedenken bezüglich einer Spüle in der obersten Etage, welche angeblich vor Jahren unter Strom gestanden haben soll, die Kooperation der Aktivist*innen ausgenutzt, um das Haus zu betreten und einen Hinweis der Stadt im Hausflur anzubringen, dass die Nutzung zu einem Tag der offenen Tür auf eigene Gefahr stattfinde und das Betreten der Wohnungen nicht im Einverständnis mit der Stadt geschehe, da dies weder durch den bestehenden Mietvertrag im EG, noch durch das Versammlungsrecht zulässig sei. Dabei wurde kurzerhand der Strom im Obergeschoss abgestellt. Das im Vorfeld nicht abgesprochene Betreten der anderen Wohnungen wurde verhindert. Weiterhin konnte ein Diebstahl der von den eigens durch die Aktivist*innen bereitgestellten Porzellansicherungen unterbunden werden.

Weiterhin wurden Einladungen zu einem Gespräch mit Vertreter*innen der Stadt am 10.10.2019 von 13.00 bis 14.00 Uhr im Rathaus an die Aktivist*innen übergeben.

Dazu wurde klar, dass vor 2021 keine Bebauung des Nachbargrundstückes Burgstraße 38 geschehen wird, wo laut Beschlussvorlage (SUPA-35/2019) die Kindertageseinrichtung, Büro- und Wohnräume entstehen sollen. Zu welchen Preisen diese Wohnungen verfügbar sein werden, ist bislang fraglich.Von sozialem Wohnungsbau fehlt weiterhin jede Spur.

Da laut der Konzeptvergabe der Stadt die Sanierung des von den Aktivist*innen bezogenen Hauses im Zusammenhang mit dem genannten Neubau stattfinden wird, erschließt sich somit weiterhin nicht, weshalb dieses nicht bis dahin als Wohnraum zur Verfügung stehen kann.

Insofern widersprechen wir den Ausführungen der Stadt ausdrücklich, die Kindertagesstätte argumentativ gegen die Hausbesetzung auszuspielen und stellen klar: Wir freuen uns auf die geplante Kindertagesstätte in direkter Nachbarschaft!

Wie die Stadt mit öffentlichem Eigentum umgeht, ist weiterhin auf dem ehemaligen Gelände der Luftschlossfabrik zu erkennen, wo seit 2016 nichts mehr passiert ist, was den Bewohner*innen der Stadt zu Gute käme.

Wir halten weiterhin an dem Plan fest, das Haus für den sozialen Wohnungsmarkt und in Wohnungsnot geratene Menschen zurückzugewinnen, da der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Flensburg nicht zu übersehen ist.

Zur Erinnerung:
Mittwoch, den 10.10.2019 soll zwischen 13.00 und 14.00 Uhr im Rathaus (Zimmer 1003 ) das Gespräch mit der Stadt und Unterstützenden des Vorhabens in der Burgstraße 38 stattfinden. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen und solidarische Unterstützung.

Vielen Dank für die Unterstützung aus der Nachbarschaft.

Die Bewohner*innen der Burgstraße 36